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Geboren 1956 in
Bagdad, Irak. Ausstellungen in
Deutschland und in |
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Isabella Geier (Augsburg) in einem Artikel über mich: |
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Iman Mahmud wurde 1956 in Bagdad geboren. Damals war der Irak eine Monarchie unter einer von den Engländern eingesetzten saudischen Herrscherfamilie und nichts in diesem Land außer vielleicht schon dem Öl war für die Weltöffentlichkeit von Interesse. Sie wuchs in einer großen Kaufmannsfamilie auf und schon während der Volksschulzeit trat ihr Talent zu Tage, das von der Lehrerin auf unkonventionelle Art gefördert wurde: Iman durfte die Wände des jeweiligen Klassenzimmers malerisch verschönern. Wände und Mauern sollten für sie später noch eine große Rolle spielen. Während dessen wurde das Land von internen Machtkämpfen heimgesucht, von Putschen und Attentaten, und schließlich errangen die Baathisten die Macht. Nach der neunjährigen Volksschule boten sich verschiedene Möglichkeiten: neben der Berufsschule stand das Gymnasium, eine Erzieher- oder eine Kunstfachschule zur Auswahl. Iman entschied sich für Letzteres. Die Kunstfachschule in Bagdad war in Arabien Ländern sehr angesehen, und sie wusste es zu schätzen, dort angenommen worden zu sein. Den Aufstieg Saddam Husseins von
einem kriminellen Rowdy in der Baath-Partei zum kriminellen Diktator
verfolgte sie mit wachsender Aufmerksamkeit und zunehmender
Beunruhigung. Der
Schulabschluss, den sie an der Kunstfachschule erwarb, berechtigte
zum Studium an der Kunstakademie. Iman musste aber ihre Ausbildung
unterbrechen, weil ihre Mutter sehr krank wurde und auf Imans Hilfe
in der Familie angewiesen war. Anschließend wäre sie zum Studium
gerne ins Ausland gegangen wie schon ihr Halbbruder, aber nachdem
ihr Vater bei einer Reise nach Deutschland feststellen musste, dass
der Bruder das Studium dort abgebrochen hatte und sich mit
wechselnden Jobs Geld verdiente, um seine inzwischen gegründete
Familie zu ernähren, verwehrte er der Tochter diesen Wunsch. An die Zeit dort denkt sie mit gemischten Gefühlen zurück. Ihr Professor war sehr fordernd und äußerst streng, seine Kritik gnadenlos und oft sehr verletzend, auch wenn sie dazu dienen sollte, sie anzuspornen. Andererseits war die Kunst einfach ihre Welt, und schon 1983 wurde sie, zusammen mit einer syrischen Kommilitonin, eingeladen, ihre erste Ausstellung zu machen. Die
Beanspruchung hatte auch ihr Gutes, denn
inzwischen war es zum Krieg zwischen Iran und Irak gekommen, der mit
jedem Jahr mehr Opfer forderte. Die Kunst wurde für Iman ein
Zufluchtsort, der die schrecklichen Ereignisse im Bewusstsein zurückdrängen
ließ, und sie widmete sich ihr voll und ganz. Trotzdem war sie natürlich
jedes Mal tief erschüttert, wenn ein Familienmitglied, wie z.B. ihr
18 jähriger Neffe Was ihren weltanschaulichen Hintergrund betrifft, so gehörte Imans Familie der Religion der Bahai an Die Bahais erkennen neben dem Koran auch die heiligen Schriften der anderen Weltreligionen als Glaubensquellen an und erstreben ein neues Zeitalter des Friedens und einer einigen Menschheit. Gegen Ende des Krieges begann Iman, sich intensiver mit philosophischen Fragen und den verschiedenen Religionen zu beschäftigen. Auch mit dem Sufismus setzte sie sich stark auseinander. Der Sufismus ist ein im Islam wurzelnder, aber über
diesen hinaus gehender esoterischer Schulungsweg, Der Schüler, der von einem Sufi-Lehrer bei seiner
spirituellen Entwicklung begleitet, aber dabei nicht von seinem alltäglichen
Leben abgesondert wird, muss zunächst einige moralische Als
1990, nur zwei Jahre nach dem Ende des verlustreichen
iranisch-irakischen Kriegs, schon wieder Krieg war, war das für
alle Iraker ein großer Schock. Iman war erschüttert und hatte
das Gefühl, dass sie nicht einfach so weiter malen könne – auch
in ihrem künstlerischen Tun musste sie irgendwie auf diesen Schlag
reagieren. Sie ging damals oft ins inzwischen geplünderte
historische Museum Bagdads, wo sie Stunden verbrachte und sich in
die Zeugnisse der kulturellen Vergangenheit Mesopotamiens vertiefte.
Sie musste daran denken, wie viel Werden und Vergehen, Tod und Zerstörung,
Hoffnung und Wiederbeginn sich auf diesen alten Steinen und
Mauerfragmenten mit ihren verschlüsselten Inschriften abgelagert
hatten. Sie betrachtete diese steinernen Mauern, die die Vergänglichkeit
des menschlichen Lebens überdauert und seine Spuren bewahrt hatten,
die Bevor Iman malt, beschäftigt sie sich intensiv mit ihr gerade wichtigen Fragen und Inhalten - mittels Lektüre von Texten, Reflexion, Meditation, Gesprächen ja auch Träumen - bis zu einem Punkt tiefen Verständnisses. Wenn sie dann an diesen Punkt erlebter Erkenntnis gelangt ist, dann malt sie. In ihre Bilder integriert sie oft die erarbeiteten Inhalte in nach Sufi-Methode verschlüsselter Form. Es finden sich also arabische Schriftzeichen, Zahlenfolgen und Symbole, die aber auch für der arabischen Schrift mächtige Betrachter nicht ohne weiteres lesbar sind. Außerdem gibt sie ihren Bildern durch entsprechende Materialien und Techniken, auch durch nachträgliche Bearbeitung etwas vom Charakter verwitterter Mauern. Nach
dem Zweiten Golfkrieg war freie Malerei praktisch nicht mehr
möglich. Für die allein gefragte Polit-Malerei wollte und konnte sich Iman
nicht instrumentalisieren lassen und bekam dadurch zunehmend
Probleme. Außerdem wurde es aufgrund des Wirtschaftsembargos immer So entschloss sich Iman schließlich schweren Herzens, ihre Heimat zu verlassen. Den Dritten Golfkrieg erlebte sie von Deutschland aus am Fernsehen, wobei alle Verbindungen in den Irak, also Post und Telefon, über Wochen unterbrochen waren, so dass sie lange über das Schicksal ihrer Familie in Bagdad völlig im Unklaren blieb. Sie lebt heute in München, wo sie schon mehrere Ausstellungen hatte, ein Bild von ihr wurde von der National Gallery in London erworben. Jetzt hofft Iman, dass die Verhältnisse in ihrem Land sich so entwickeln, dass endlich wieder ein normales Leben als Grundlage individueller Entfaltung möglich wird. Isabella Geier isa.ulf.geier@t-online.de
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